Sie haben ein tolles Plug-in entdeckt, dass Sie gerne in Moodle verwenden möchten?
Sie können es zur Installation vorschlagen. Dafür gibt es allerdings einige Bedingungen und ein festgelegtes Testverfahren. Der Grund ist, dass wir die Anzahl installierter Plug-ins beschränken müssen, denn jedes zusätzlich installierte Plug-in bedeutet zusätzliche Arbeit bei Wartung und Aktualisierung und erhöht vor allem das Risiko für Sicherheitslücken.
Vorgeschlagene Plug-ins werden auf verschiedene Kriterien geprüft und kommen im Erfolgsfall auf eine öffentliche Kandidatenliste. Daran schließt sich eine Abstimmung und ein ausführlicher Test an - wenn dabei keine Probleme auftreten, wird das Plug-in schließlich auf moodle.uni-mainz.de installiert.
Die Vorgehensweise im Detail:
Vorprüfung
Einige Dinge können Sie selbst prüfen, schon bevor Sie einen Vorschlag machen.
1. Ein neues Plug-in soll einen Mehrwert bieten - es wäre nicht sinnvoll, mehrere Plugins anzubieten, die mit nur marginalen Unterschieden dasselbe leisten (z.B. verschiedene Arten von Foren, die sich nur geringfügig unterscheiden).
Prüfen Sie daher zuerst, ob eine vergleichbare Aktivität oder ein ähnliches Kursformat bereits vorhanden ist - sollte das der Fall sein, muss es gute Gründe geben, die für ein zusätzliches Plugin oder einen Austausch sprechen.
2. Das fragliche Plug-in muss im Moodle Plugins Directory (https://moodle.org/plugins) zu finden sein - das ist das offizielle Verzeichnis aller Erweiterungen für Moodle. Damit ist gewährleistet, dass bestimmte Qualitätskriterien erfüllt sind. Wenn das gewünschte Plugin dort nicht aufgeführt ist, werden wir es nicht installieren.
Das folgende Beispiel zeigt, worauf bei vorgeschlagenen Plugins zu achten ist und was Ausschlusskriterien sind.
Werfen wir einen Blick auf das (bereits von uns eingesetzte) "Tiles format".
Die Suche im offiziellen Moodle-Plug-in-Verzeichnis nach "tiles" bringt als Ergebnis tatsächlich an erster Stelle das gesuchte "Tiles format".

Ein Klick auf die Überschrift ruft die Details auf. Hier können Sie bereits die wichtigsten Punkte prüfen (Ausschlusskriterien):
- Das Plug-in muss kompatibel mit der von uns eingesetzten Moodle-Version sein (sonst funktioniert es nicht). Derzeit sind das Version 4.1, 4.3, 4.4 und 4.5 (ab Oktober 2024).
Die unterstützte Version wird entweder oberhalb vom Download-Button angezeigt oder kann über den Link "Versions" (unterhalb neben "Description") festgestellt werden. - Mindestens einE EntwicklerIn muss unter "maintained by" genannt werden.
- Das "Latest release" sollte nicht Jahre zurückliegen.
In unserem Beispiel:

Hier sind die wichtigsten Bedingungen erfüllt.
Jetzt kann die Prüfung etwas detaillierter werden.
- Das Plug-in sollte keine bekannten Probleme haben.
- Die Entwickler müssen auf Meldungen von Problemen reagieren (und die Probleme auch beheben) -kurz, Plug-in sollte aktiv maintained werden.
Um diesen Dingen auf die Spur zu kommen, scrollen Sie auf der Detailseite nach unten. Werfen Sie einen Blick auf die Kommentare (dort gibt es oftmals schon Hinweise zu Problemen) und folgen Sie dann den "Useful links" zum Bugtracker. Prüfen Sie: Werden gemeldete Probleme behoben?

Unter den "Useful links" auf der Detailseite findet man auch die Dokumentation.
Diese sollten Sie insbesondere auf Hinweise zur Installation prüfen: Werden dort Voraussetzungen genannt, die das Plug-in benötigt, um zu funktionieren?
Vorschlag
Wenn Sie Meinung sind, dass diese grundsätzlichen Kriterien bei Ihrem Wunschplugin erfüllt sind, können Sie uns das Plug-in vorschlagen.
Schreiben Sie eine E-Mail an digitale-lehre@uni-mainz.de mit folgenden Angaben:
- Name des Plug-ins
- Kurze Beschreibung der Funktion
- Falls es bereits etwas ähnliches in unserem Moodle gibt: Was ist der wichtige Unterschied?
- Link aus dem Moodle-Plug-in-Verzeichnis
Danach wird das Plug-in von uns geprüft. Dabei schauen wir uns zunächst nur die genannten Punkte an:
Wird es im offiziellen Moodle-Plug-in-Verzeichnis gelistet?
Wie lautet die URL zur Source-Repo?
Ist die Kompatibilität mit Moodle 4.1, 4.3, 4.4 und 4.5 (ab Oktober 2024) gegeben?
Wird es aktiv maintained? (Wann war das erste Release? Wann war das letzte Update? Wie häufig kommen Updates?)
Wer ist der Entwickler des Plug-ins? (Einzelne/private Person? Arbeitsgruppe?)
Gibt es "offizielle" (vom Moodle-HQ unterstützte) Alternativen? Diese sind zu bevorzugen, da dabei die Weiterentwicklungsperspektiven besser sind.
Wie ist die Pflege? (alles voller Fehler? Auch mal neue Features? Gibt es offene Issues und wie alt sind diese?)
Spricht sonst etwas dagegen, was man schon auf den ersten Blick erkennen kann? (z.B. unnötige Funktion, bereits ähnliches vorhanden, nicht kompatibel, weitere Abhängigkeiten, besondere Berechtigungen werden benötigt … )
Abstimmungsliste
Wenn alles okay ist, kommt der Plug-invorschlag auf eine öffentliche Liste der vorgeschlagenen Plug-ins.
Dort können Sie und andere dann ihr Interesse an dem Plug-in durch Abstimmung bekunden. Wir möchten vermeiden, Plugins zu installieren, die am Ende nur von einer Person genutzt werden.
Plug-ins, für die es mehr Interesse gibt, werden daher höher gewichtet als solche, für die niemand oder nur sehr wenige Personen abstimmen. Der nächste Schritt für Sie ist also Werbung - Sie sollten wenigstens 5 KollegInnen finden, die das Plug-in ebenfalls verwenden möchten bzw. die Installation befürworten.
Testinstallation
Wenn der Plug-in-Vorschlag auch diese Hürde genommen hat, folgt der nächste Schritt: Nach dem Ende der Abstimmungsphase werden die Plug-ins mit den meisten Stimmen in unserer Moodle-Testinstanz installiert.
Dabei wird von uns dokumentiert, wie hoch der Aufwand bei der Installation ist und ob Probleme auftreten - auch derartige Probleme können noch gegen die Aufnahme eines Plugins sprechen.
Ausführlicher Test
Wenn die Installation problemlos verlaufen ist, sind Sie wieder dran: Auf der Moodle-Testinstanz erhalten Sie einen Kurs, in dem Sie das fragliche Plug-in so einbauen sollten, dass man es gut testen kann.
Ziel dieses Vorgehens ist es, dass sowohl Anwender wie auch Administratorinnen einen realistischen Eindruck davon bekommen, was das Plug-in leistet und auch, welche Probleme damit auftreten können. Möglichst viele Personen sollten also auch als Testdozenten im Kurs beteiligt werden. Dazu stehen auch die Mitglieder des Teams Digitale Lehre zur Verfügung.
Bei diesem Test sollte nicht nur auf Funktionalität geachtet werden - ein Problem kann durchaus auch die Art des Plugins betreffen oder ganz andere Bereiche. So können bestimmte Fragetypen beispielweise prüfungsrechtliche Probleme aufwerfen. Die Installation eines Plugins, das Zertifikate ausgibt, würde ebenfalls Probleme mit dem Prüfungsrecht aufwerfen.
